Waagenmuseum mit Waagenausstellung


In Oschatz befindet sich das einzige Waagenmuseum Mitteldeutschlands. Seit 1982 gibt es in Oschatz dieses Spezialmuseum über Waagen, welches sich seit 1998 als ein modernes und mit einer völlig neu konzipierten Ausstellung präsentiert.

 

Neben interessanten Ausführungen zur Geschichte der Waage in Wort und Bild, wird an über 100 ausgestellten Waagenexponaten sowie an zahlreichen Gewichten und Zubehörteilen ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Waagen und über die traditionsreiche Produktion namhafter Oschatzer Waagenfabriken vermittelt. Erinnert sei hier an die „Waagenfabrik Gebrüder Pfitzer“, welche die Waagenproduktion 1845 aufnahm und zu einem der ersten spezialisierten Waagenbaubetriebe in Sachsen und Deutschland zählt. Aber u.a. auch über die Waagenfabrik „Kopp & Haberland“, die Waagenfabrik „Otto Bielig“, den Waagenbaumeister Wilfried Noffke und den VEB Wägetechnik RAPIDO erfährt man in der Ausstellung interessante Details aus deren Firmengeschichten.

Großwaagen - Ausstellung

Ergänzend zum Waagenmuseum kann der Besucher im Innenhof des Museumsgeländes eine Großwaagenausstellung besichtigen. Hier werden u.a. eine Fischwaage, eine Viehwaage, Kohlenkippwaagen und eine Dezimalwaage mit einer Höchstlast von 500 kg ausgestellt.


Waagenbauer - Werkstatt

Gegenüber der Großwaagenausstellung befindet sich eine historische Zeugschmiede- und Waagenbauerwerkstatt.

Die Traditionslinie des Oschatzer Waagenbaues geht auf das Handwerk und die Innung der Zeug- und Sägeschmiede zurück. Die Zeugschmiedemeister fertigten in ihren Werk- stätten neben zahlreichen Handwerkszeugen, verschiedensten Scheren und Schnittmessern, auch Balkenwaagen verschiedener Größen sowie später Tafelwaagen an. Der Oschatzer Zeugschmiedemeister Ernst Friedrich Pfitzer hat in einer solchen Werkstatt 1845 mit der Waagenherstellung begonnen.

Verschiedene Ausstellungsstücke

Das Waagenmuseum zeigt über 130 Waagen sowie zahlreiche Zubehörteile und Gewichte. Dazu zählen u.a. Apothekenwaagen, Tafel- und Präzisionswaagen, kleine Gold- und Münzwaagen, verschiedene Personenwaagen, Briefwaagen, Neigungswaagen, moderne Laborwaagen. Aber auch die sprichwörtlichen „Zünglein an der Waage“ gibt es hier in jeder erdenklichen Form, von schlicht bis kunstvoll verschnörkelt, zu sehen. Als Kuriosum gilt eine Personen-Stuhlwaage, auch Ratsherrenwaage genannt. Diese Dezimalwaage wurde von der Oschatzer Waagenfabrik Pfitzer gebaut, patentiert und war 1862 zur Weltausstellung in London zu sehen. Ursprünglich gedacht für Kur- und Altenheime, dient die funktionstüchtige Stuhlwaage noch heute einem guten Zweck: Die Stadträte und der Oberbürgermeister der Stadt Oschatz lassen sich auf dieser Waage beim traditionellen Oschatzer Ratsherrenwiegen in der letzten Sitzung des Jahres auswiegen und zahlen je nach Leibesfülle eine Spende für gemeinnützige Zwecke.

Übrigens wacht über die Pfunde der Stadträte der „Oschatzer Waagmeister“. Seit 2001 repräsentiert der „Waagmeister“, allerdings nur als symbolische Figur und ohne Meisterbrief in der Tasche, die Stadt Oschatz und das Oschatzer Waagenmuseum nach außen hin im historischen Gewand. Bei Stadtfesten, regionalen Großveranstaltungen, Ausstellungen und Führungen im Museum sowie bei überregionalen Messeauftritten trifft man seitdem den „Oschatzer Waagmeister“ mit seiner grünen Schärpe an und kann sich von ihm so manch interessantes über die Stadt und die Waagenbaugeschichte erzählen lassen.

Die größte Waage aus dem Bestand des Museums ist die Salzwaage, welche sich den Besuchern im Museumsinnenhof in einer separaten Großraumvitrine präsentiert. Der Ort Bad Schandau war ein wichtiges Handelszentrum zwischen Sachsen und Böhmen. Die Elbe als Verkehrsstrom transportierte auch so ein gefragtes Produkt wie Salz, welches man an den Alten Salzschank nach Bad Schandau lieferte. Dort wurde das oft mit Gold aufgewogene Mineral einer Wägung unterzogen und entsprechend versteuert. Dazu bediente man sich der 1686 geschaffenen großen Balkenwaage, welche Lasten bis zu 3 Tonnen abwägen konnte.




www.mass-und-gewicht.de                                                              www.oschatzer-waagen.de